Oft wird die Flexibilität eines Bausparvertrages angepriesen, bspw. im Gegensatz zu einer Rentenversicherung. Aber warum ist das so?
Die Bausparsumme bestimmt die Rendite!
Zunächst wird bei jedem Bausparvertrag eine Abschlussgebühr fällig, meistens 1% oder 1,6%. Diese Gebühr ist verloren und sie sorgt dafür, dass Du direkt mit dem Abschluss einen Nachteil gegenüber anderen Sparformen hast. Außerdem legst Du Dich auf eine Bausparsumme fest und die hat einen großen Einfluss auf die Rendite Deines Sparens oder das Darlehen, welches Du aufnehmen kannst oder musst.
Denn wenn Du ein Darlehen über 30.000 EUR benötigst, Dein Bausparvertrag aber mit einer Summe in Höhe von 100.000 EUR abgeschlossen wurde, passt das nicht zusammen. Du musst entweder 70.000 EUR ansparen oder teilst den Vertrag auf zwei Verträge über 50.000 EUR auf. Bei einer Mindest-Ansparsumme von 40% oder 20.000 EUR bleibt genau das gewünschte Darlehen von 30.000 EUR übrig. Du hast jedoch die Abschlussgebühr für 100.000 EUR bezahlt, doppelt soviel wie benötigt, weshalb Du zu viel gezahlt hast.
Die Sparphase bringt wenig Zinsen
Gerade weil die Zinsen auf Sparguthaben des Bausparvertrages so gering sind, lohnt er sich am meisten, wenn die Sparphase so kurz wie möglich ist. Hier kommt die Regelsparrate ins Spiel, mit der der Bausparvertrag bespart werden sollte. Die Alternative ist, die Mindestansparsumme komplett auf einmal einzuzahlen und anschließend nur noch zu warten, bis der Vertrag zugeteilt ist.
Nachdem die Abschlussgebühr bezahlt und die niedrigen Zinsen bis zur Zuteilung ertragen wurden, folgt aber endlich die Phase des Darlehens, bei dem die Zinsen meist deutlich unter denen des Marktes liegen. Ansonsten lohnt sich das Darlehen eben nicht und es kann darauf verzichtet werden. Am besten wäre es, die niedrigen Zinsen möglichst lange auszunutzen und das Darlehen nur sehr niedrig zu tilgen. Aber genau das geht nicht, weshalb Bausparverträge meist hohe Tilgungen vorsehen, durchaus zwischen 5% und 8% oder mehr, im Gegensatz zu 2% bis 3% oder sogar weniger bei Annuitätendarlehen.
Wann lohnt sich ein Bausparvertrag?
Insofern kommt es bei einem Bausparvertrag sehr auf die Zinsentwicklung an. Bei Sparern sollten die Zinsen anschließend stark sinken, bei Kreditnehmern am besten steigen.
In Fall eines Bauspardarlehens sollten darüber hinaus die Zeit und die Summe gut im Voraus planbar sein, weil die falsche Summe oder eine zu lange Ansparzeit die Kosten für den Kredit erhöhen. Die ideale Konstellation ist dafür aber nicht der Kauf einer Immobilie, weil dieser Jahre im Voraus mit vielen Unwägbarkeiten behaftet ist. Aber die Verlängerung eines bestehenden Kredites ist dagegen ideal. Genauer gesagt die Verlängerung oder die Finanzierung der Restschuld.
Wann lohnt der Bausparvertrag als Versicherung?
Diese Versicherung kostet bei einem aktuellen Bausparvertrag über 100.000 EUR ungefähr 8.530 EUR über die nächsten 7 Jahre. Dafür sind die Darlehenszinsen hoffentlich niedriger als aktuelle Konditionen bei der Bank.
Der Preis der Versicherung beträgt also die entgangenen höheren Zinsen in Höhe von 8.530 EUR.
Grundlagen und Hilfen
- Für eine detailliertere Fassung zum Thema, lies Wer braucht einen Bausparvertrag?
- Auswirkung der Kosten nicht unterschätzen, und die können bei einem Bausparvertrag über die Jahre sehr hoch sein.
- Die bessere Anlage der Sparraten des Bausparvertrages sind auch Opportunitätskosten des Bauspardarlehens.
- Die Vermögensheld-Finanz-App hilft Dir dabei.
Das ist keine Anlageberatung – es ist Hilfe zur Selbsthilfe. Es geht nicht darum, einfach blind einem Konzept zu folgen. Es geht darum so viel zu verstehen, dass Du Deine Situation selbst einschätzen kannst. Mit diesem Wissen kannst Du jeden Vorschlag auf Deine individuelle Situation anpassen und Dich weiter informieren, falls es nötig ist. Der Vermögensheld hilft Dir dabei.
