Aktien können zu teuer sein, was nicht ausschließt, dass sie weiter steigen. Dennoch kann es Dir helfen, um das Risiko einzuschätzen, welches mit einer Investition in Aktien einhergeht.

Eine Investition in eine Aktie ist zwar immer noch etwas völlig anderes als in einen Aktienfonds, ob aktiv oder passiv gemanagt, weil sie sich viel stärker bewegen kann. Aber wenn der ganze Markt steigt oder fällt, kann sich dem eine einzelne Aktie selten völlig entziehen.

Der Zusammenhang mit dem Bruttoinlandsprodukt ist eine Variante, den Preis eines Indexes einzuschätzen. Am naheliegendsten ist das Verhältnis aus Preis zum freien Geldfluss jeder enthaltenen Aktie, weil der Wert einer Aktie durch die abgezinsten Geldflüsse bestimmt wird. Aber die Geldflüsse über mehrere Jahre in die Zukunft zu bestimmen ist nicht einfach. Warum also nicht eine einfachere Kennzahl als Bezugsgröße wählen, wie das Bruttoinlandsprodukt? Dieses wird vom Staat ermittelt und kann direkt verwendet werden.

In der folgenden Grafik wird nun das Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts zum Dow Jones und dem S&P 500 dargestellt. Für den Dow Jones wird das Verhältnis beginnend ab 1929 verwendet, für den S&P 500 erst ab dem Jahr 1950. Beide Verhältnisse sind so normiert, dass deren Wert 1950 exakt 100 beträgt.

Aktien können zu teuer sein!

Interessant ist auch, dass sich das Verhältnis des S&P nicht sonderlich unterschiedlich zu dem des Dow Jones bewegt. Sicherlich liegt es über die Zeit meistens etwas höher, aber es gibt durchaus Zeitpunkte bzw. Jahre, an denen es wieder unter das Verhältnis des Dow Jones rutscht.

Es ist zumindest schön zu sehen, dass alle Krisen deutlich in den Verhältnissen zu sehen sind. Sowohl 1929, mit der folgenden schwerer Depression, als auch die 2000er Jahre mit der folgenden DotCom-Krise. Die Öl-Krise 1973 und die Finanzkrise 2007/2008 etwas schwächer, weil der Absturz von keinem Hoch aus dem Verhältnis erfolgt ist.

Solltest Du jetzt noch in den Aktienmarkt investieren? Nun, niemand weiß, wann die Bewertung kippt oder wie lange es dauert, bis sie gefallen ist. Vielleicht steigt sie auch immer weiter oder bleibt auf diesem Niveau. Nun, die Erfahrung spricht dagegen. Deshalb wäre ich vorsichtig, jetzt den Anteil amerikanischer Aktien in der Vermögensaufteilung deutlich zu erhöhen.

Grundlagen und Hilfen

Das ist keine Anlageberatung – es ist Hilfe zur Selbsthilfe. Es geht nicht darum, einfach blind einem Konzept zu folgen. Es geht darum so viel zu verstehen, dass Du Deine Situation selbst einschätzen kannst. Mit diesem Wissen kannst Du jeden Vorschlag auf Deine individuelle Situation anpassen und Dich weiter informieren, falls es nötig ist. Der Vermögensheld hilft Dir dabei.